Interviews met Patricia Kaas

Interview Landbote - 31 Okt. 2013

“Schule der Emotion"
«Kaas singt Piaf»: Unter diesem Motto steht die Welttournee der Sängerin Patricia Kaas zum 50. Todestag der Chanson-Legende Edith Piaf (1915–1963). Am 16. November tritt sie in Zürich auf.
Eine Hommage, aber keine Imitation: Patricia Kaas präsentiert Edith Piaf.

Frau Kaas, was verbindet Sie mit Edith Piaf?
Patricia Kaas: Edith Piaf ist kurz gesagt die Schule der Emotion, des Singens, des Bühnenauftritts. Ich sang «La vie en rose» oder «Sous le ciel de Paris» schon mit zehn oder zwölf, das war Freude pur. Später, als ich selbst von Lothringen nach Paris zog und zu singen begann, wurde ich oft mit Piaf verglichen. Ich entdeckte ihr Repertoire und begann zu verstehen, welche Gefühle in ihren Liedern stecken, welche Schwere mitschwingt. Natürlich kann man Piaf mit 20 Jahren singen; aber mit einer gewissen Lebenserfahrung ist es besser – dann kennt man diese Emotionen, hat sie am eigenen Leib erfahren.

Irgendwie schien es naheliegend, dass «die Kaas» einmal Piaf singt …
Das sagen mir viele Leute, sie finden, wir gleichen uns. Aber ich weiss nicht recht … Auf jeden Fall ist es nicht so, dass ich einfach ein paar Piaf-Lieder singe. Ich wollte ein umfassendes Bühnenspektakel um ihre Person auf die Bühne bringen. Das war ein ehrgeiziges künstlerisches Projekt. Da spielen die möglichen und oberflächlichen Ähnlichkeiten bald keine Rolle mehr.

Wie würden Sie denn dieses Projekt umschreiben?
Der polnische Dramaturg Abel Korzeniowski, der mir in Hollywood mit dem Soundtrack zu «A Single Man» aufgefallen war, hat die Lieder modern orchestriert und in ein Dekor mit Strassen, Metrostationen und Hotels von heute übertragen. Es sollte bewusst intimer sein als auf der CD, die ich mit dem Royal Philharmonic Orchestra eingespielt habe. Ich wollte näher beim Publikum sein, und deshalb sind wir nur vier, fünf Personen auf der Bühne. «La vie en rose» wird zum Beispiel durch einen einzigen Tänzer begleitet, einen Hip-Hop-Tänzer.

Und wie ist es für Sie, auf der Bühne zu stehen und Piaf zu singen?
Gut, sehr gut! Es sind schöne Texte, schöne Lieder. Ich wollte ihr eine Hommage erbringen, aber auf meine Art, ohne Eins-zu-eins-Kopie. Es ist wichtig, sich selbst zu bleiben; und wenn ich die Lieder singe, bin ich ganz in meinem Leben, in meiner eigenen Emotion. Die Zuschauer merken das, sie lachen, sie weinen auch. Es ist wie eine Befreiung. Es ist ein Glück, auf der Bühne zu sein, Piafs Lieder zu singen und sie mit dem Publikum zu teilen.

«Spielen» Sie auf der Bühne die Piaf?
Nein, so weit gehe ich nicht. Ich will sie nicht imitieren, ich will nicht in sie hineinschlüpfen. Aber ich will auch nicht bloss ihre Lieder wiedergeben. Ich möchte, dass etwas von ihr herüberkommt, ihre Leidenschaft für die Liebe, ihre Lebenslust auch. Piaf war auch sehr gläubig und betete; das nehme ich mit einem Moment des Schweigens zu Beginn des Spektakels auf.

Wie haben Sie sich auf das Thema Piaf vorbereitet?
Edith Piaf ist gestorben, bevor ich auf die Welt gekommen bin, aber ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die sie gekannt haben – Charles Aznavour, Alain Delon. Vor allem habe ich mir alle Piaf-Chansons angehört. Es sind deren 430! Neben bekannten Titeln wie «Milord» oder «Je ne regrette rien» habe ich einige hauptsächlich deshalb ausgewählt, weil sie bühnentauglich sind.

In Ihrer eigenen Biografie schreiben Sie von Ihren Enttäuschungen mit der Liebe. Sehen Sie die Männer wie Piaf?
Wie gesagt, ich suche nicht die Gemeinsamkeiten.
Es stimmt zwar, wir haben uns beide dem Chanson und der Bühne verschrieben, wir kommen beide aus bescheidenem Haus. Aber sonst gleichen wir uns nicht unbedingt.
Piaf brauchte die Leidenschaft, das Extreme. Sie war eine kleine, starke Frau, aber ich glaube, sie hatte Angst vor der Leere und der Langeweile; deshalb stürzte sie sich ständig in Affären und die grossen Gefühle.
Wenn sie einmal in eine Beziehung geriet, die einfacher war, unternahm sie alles, um sie zu zerbrechen. Mein Leben ist geordneter, disziplinierter, auch ich habe in der Liebe schöne Erfahrungen gemacht.
Aber vielleicht musste ich mich zuerst besser kennen – deshalb habe ich auch eine Autobiografie geschrieben.
Ich bin sehr selbstständig und fürchte mich nicht vor dem Alleinsein. Übertreffen möchte ich mich eher auf der Bühne, beim Singen. Dort liebe ich die Herausforderung, das Risiko, ja die Gefahr.

 

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Als je 25 of 30 bent, kun je gewoon dingen doen. Wanneer je 35 wordt zijn dingen anders. Tijd is me nu meer dierbaar. Ik heb mijn prioriteiten.

Ik ben niet verdrietig, maar ik ben melancholisch. Als je je moeder verliest op je twintigste en je vader snel daarna, dan is droefgeestigheid een onderdeel van je leven.

Ik twijfelde altijd aan mezelf. Ik twijfelde over hoe ik eruit zag, over mijn lichaam, mijn stem - over alles.

Liefde is voor mij geen gezegde, geen roman...het is het echte leven!

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